Intention & Ziele
Die elektrische Antriebstechnik ist eine der ältesten Disziplinen der Elektrotechnik. Während früher die Energieerzeugung
und die Entlastung der Menschen von körperlich schwerer Arbeit im Vordergrund des Interesses standen, so ist inzwischen
ein weiterer Schwerpunkt, die Servoantriebstechnik, in Forschung und Anwendung hinzugekommen.
Heute ist der elektrische Servoantrieb aus der Produktionstechnik nicht mehr wegzudenken. Immer höhere Taktraten bei der
Produktion verbilligen die Produkte und machen sie für Konsumenten erschwinglich. Darüber hinaus sind viele Gegenstände des
Alltags nur deshalb zu fertigen, weil Werkzeugmaschinen dreidimensionale Formen dank kooperierender Antriebe herstellen können.
Die komplexen Strukturen heutiger Gehäuse, man denke beispielsweise an Handys oder Digitalkameras, sind nur durch die intelligente
Ansteuerung von Werkzeugmaschinen mit einer Vielzahl von elektrischen Antrieben realisierbar. Ohne die Robotik, die erst durch
hochdynamische Antriebe ihre Vorzüge offenbaren kann, wären viele Produkte nicht wirtschaftlich herstellbar.
Die große Bedeutung der elektrischen Antriebstechnik spiegelt sich auch in konkreten Umsatzzahlen wieder: So wurden
beispielsweise im Jahr 2004 8,3 Mrd. Euro mit elektrischen Antrieben und den zugehörigen Elektronik-Produkten umgesetzt.
Deutschland nimmt als Exportweltmeister eine führende Position in der elektrischen Antriebstechnik ein (Quelle: Zvei).
Der Markt bietet eine große Auswahl an Komponenten für die Antriebstechnik. Dazu gehören die elektrischen Maschinen
(Motoren/Generatoren), mechanische Elemente (z. B. Kupplungen, Getriebe etc.) und Frequenzumrichter mit integrierter
Regelungselektronik. Für die meisten Anwender reicht es aus, diese Elemente als Black-Box zu betrachten und einzelne
Parameter, je nach Anwendungsfall, anpassen zu können.
Diese für den Anwender positiven Eigenschaften stellen die Hochschule jedoch vor eine Herausforderung: Für den Bereich
der Lehre und der Forschung muß die Black-Box aufgebrochen werden, um das Verhalten des Systems detailliert beeinflussen
zu können. Dafür ist eine Plattform erforderlich, welche unter anderem die vollständige Kontrolle der einzelnen Funktionen
möglich macht. Die Systeme der führenden Anbieter sind üblicherweise auf geringe Kosten hin optimiert. Die Systeme sind
dadurch sehr unflexibel und für die Lehre und Forschung nicht geeignet. Die Optimierung für die Hochschule muß hinsichtlich
Flexibilität und geringstmöglicher Einarbeitungszeit erfolgen. Das Ziel des pleα - Projektes ist der Aufbau einer Lehr- und
Forschungsplattform für den Bereich geregelter Drehstrom-Servoantriebe, die modular aufgebaut und damit flexibel bedien- und
programmierbar ist.
In das Gesamtprojekt sind bereits diverse studentische Arbeiten eingeflossen.
Eine Übersicht über den Gesamtaufbau der pleα - Plattform sowie die Beschreibung der Einzelmodule ist Gegenstand der
nachfolgenden Seiten.
