Prof. Dr. W. Ziegler

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PI-Mod

 

PI-Mod: Ein Informationsmodell (nicht nur) für den Maschinen- und Anlagenbau

In Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen entstand 2008 das Informationsmodell PI-Mod, das die wesentlichen semantischen Informationsstrukturen für Anwender -und Service-Dokumentationen abdecken soll. Hauptanwenderbranche des Informationsmodells ist der Maschinen- und Anlagenbau sowie damit zusammenhängende Branchen (wie z.B. die Automatisierungs- und Elektrobranche oder Consumer-Produkte).

Das Informationsmodell bietet eine Erfassungsstruktur für die modulare Erfassung von Informationen. Es ist weitestgehend implementierungsunabhängig, um eine leichte Integration in Content-Management-Systeme (CMS) zu ermöglichen. PI-Mod kann kostenfrei genutzt werden und unterliegt lediglich einer opensource-Lizenzierung (s.u.).

Das Konzept von PI-Mod

Die generellen Zielsetzungen von PI-Mod sind:

  • Standardisierung der Informationsmodellierung im Maschinen- und Anlagenbau
  • leichte Implementierung und Anpassbarkeit in Content-Management-Anwendungen
  • Metadatenmodellierung für die Klassifizierung von Modulen nach Produkt- und Informationskategorien (PI)
  • Austauschbarkeit von modularen Informationen zwischen Unternehmen (Zulieferdokumentation) oder Unternehmensbereichen

PI-Mod definiert hierzu semantische XML-Elemente, um Informationsstrukturen abzubilden. Die Informationen werden modular in funktional motivierten Modultypen erfasst, wobei derzeit sieben Typen existieren. Das Informationsmodell berücksichtigt primär beschreibende und anleitende Informationen. Diese werden in zwei Hauptmodultypen erfasst:

  • descriptive (u.a. Aufbau- und Funktionsbeschreibungen, Technische Daten, allgemeine Beschreibungen)
  • task (Schrittanleitungen)

Daneben stehen fünf weitere Modultypen zur Verfügung, die den speziellen Anforderungen der genannten Branchen Rechnung tragen:

  • task-intervals (Wartungspläne)
  • tools (Werkzeuglisten)
  • lubrication (Schmierpläne)
  • diagnosis (Störungsbehebung)
  • glossary (Glossare)

Zusätzlich sieht PI-Mod Mechanismen vor, um z.B. Wartungspläne automatisiert z u erstellen oder metrische und nicht-metrische Einheiten automatisiert umzurechnen. Ein weiterer wesentlicher Kern von PI-Mod berücksichtigt die Metadaten-Modellierung der Informationen. Modulare Informationen werden gemäß ihrer Zuordnung zu Produkt- oder Informationsklassen ("PI") gekennzeichnet. Dies ist in der Praxis der CMS-Implementierungen wichtig, um für die Anwender ein eindeutiges Modularisierungskonzept zu entwickeln.

Die Aggregation von Modulen zu Dokumentenist abhängig vom redaktionellen Konzept und einer CMS-Implementierung. PI-Mod macht daher derzeit keine technischen Vorgaben für die Aggregation von Modulen. Allerdings befindet sich in den PI-Mod Paketen eine prototypische Publikationsstruktur für Betriebsanleitungen. Zu dieser existiert auch ein XSL-FO Stylesheet für die PDF-Publikation.

Umfang von PI-Mod

In der aktuellen Version 1.0 sind folgende Software-Applikationen enthalten:

  • Das Informationsmodell PI-Mod als DTD (Document Type Definition)
  • Elementreferenz (kann als Teil eines Redaktionsleitfadens genutzt werden)
  • XSL-FO Stylesheet für die PDF-Publikation
  • XMetaL-Applikation für PI-Mod

Die entsprechenden Dateien stehen unter www.pi-mod.de zur Verfügung.

Beteiligte Unternehmen und PI-Mod Projektgruppe

Die PI-Mod-Projektgruppe hat sich aus der Zusammenarbeit von Unternehmen und Beratern im Rahmen mehrerer CMS-Projekte gebildet.

  • Prof. Dr. W. Ziegler (Hochschule Karlsruhe)
  • Putzmeister Concrete Pumps GmbH
  • Koenig & Bauer AG
  • Liebherr-IT Services GmbH
  • Dokuwerk KG

Der Kern von PI-Mod wird als Standard im o.g. Umfang unternehmensunabhängig und ohne kommerziellen Hintergrund über die Webseite www.pi-mod.de von einem unabhängigem Gremium angeboten.

Implementierungen

Auf der PI-Mod Website werden einzelne Implementierungen und Projekte genannt. Soweit möglich, sollen Teile davon dem PI-Mod- Projekt als open-source Anwendungen zur Verfügung gestellt werden. Derzeit existieren folgende Aktivitäten:

  • PI-Mod wird derzeit im Rahmen von weiteren CMS-Einführungen implementiert.
  • Im Rahmen einer Diplomarbeit wird die Implementierung von PI-Mod in ein CMS für die HS Karlsruhe erarbeitet.
  • PI-Mod wird derzeit im Rahmen von CMS-Vorbereitungen evaluiert.
  • PI-Mod kann für den Informationsaustausch mit dem LIEBHERR Informationsmodell "DOCU" genutzt werden. Die beiden Informationsmodelle sind auf semantischer Ebene kompatibel.
  • Dienstleistungsunternehmen können PI-Mod für ihre Anwendungen nutzen und Anwender zum Einsatz von PI-Mod beraten.

Lizenzierung

Das Informationsmodell steht in der jeweiligen Version unter der open-source (MIT-)Lizenzierung und darf frei genutzt werden, solange die Quelle und der Copyright-Vermerk genannt wird:

Copyright (c) 2008, The PI-Mod Project

Contributors to the The PI-Mod Project (1.0):
W. Ziegler, T. Rickmann, N. Messaoudi, F. Ully, S. Steurer, K. Schrempp

Permission is hereby granted, free of charge, to any person obtaining a copy
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OUT OF OR IN CONNECTION WITH THE SOFTWARE OR THE USE OR OTHER DEALINGS IN
THE SOFTWARE.

 

Weiterentwicklung

Die Projektgruppe plant folgende Weiterentwicklungen, die öffentlich bereit gestellt werden sollen:

  • Informationsmodellierung und Leitfaden für die Anpassung von PI-Mod (Version 1.1)
  • Spezifischere Modellierung des tools-Modules (Version 1.1)
  • Implementierungsleitfaden für CMS-Anbieter und Dienstleister
  • Kontinuierliche Überführung von relevanten Modellierungen aus Projekten in den PI-Mod Standard
  • XSL-Applikationen für die Publikation von Informationen
  • XSL-Applikationen für Transformationen und Datenaustausch
  • Applikationen für weitere Editoren

 

 

 

 

 

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